9.-10.4. Schaprode-Neuendorf-Schaprode 5 sm

Endlich, endlich, endlich ist es wieder soweit. Der Winter ist vorbei und das ungeduldige Warten findet ein Ende, als die Tide mit Hilfe des Kranes langsam wieder in ihr Element gleitet. Das Abslippen im Frühjahr ist immer wieder ein schöner Moment, da es doch den Start in die neue Saison markiert, welche in diesem Moment noch komplett vor einem liegt. Mein Sohn und mein Cousin sind dabei und kaum ist das Boot im Wasser bin ich so euphorisiert, dass wir gleich mal einen kurzen Schlag nach Hiddensee rüber machen. Die Sonne strahlt und es ist ein sehr schöner Apriltag. Ein guter Auftakt für die Saison 2015!

22.-24.4. Schaprode-Dornbusch-Schaprode 24 sm

Dies soll also nun der erste Törn des Jahres werden. Danny ist dabei und wir haben eingekauft und wollen 2 Tage in Ruhe entspannen. Am ersten Tag scheint die Sonne und wir segeln mal kurz vor den Dornbusch auf die Ostsee raus um mal ne Briese frische Seeluft zu schnappen. Abends spielen wir dann noch Gitarre und trinken Wein. In der Nacht ist es immer noch sehr kalt. Leider ist das Wetter am nächsten Tag zu stürmisch, so dass wir mit dem Auto ein wenig auf Rügen rum düsen: Sassnitz, Prora usw. Abends gehen wir Essen und frönen wieder Wein und Gitarre.

14.5.-17.5. Schaprode-Lohme-Stralsund-Neuendorf-Schaprode 95 sm (Rund Rügen Einhand)

Endlich ist der Frühling ist da und das Wetter scheint günstig um mal einen größeren Schlag zu wagen. Rund Rügen bietet sich an und da sich kein Mitsegler gefunden hat, fahr ich halt Einhand los. Diesmal hab ich zum Glück noch ganz gut in Erinnerung, dass es von Schaprode nach Lohme doch ein ganzes Stück ist und ich habe auch auf dem Schirm, dass im Mai die Sonne nicht ewig am Himmel steht. Also mache ich schnell die Leinen los und breche auf. Der Wind kommt westlich, so dass ich ganz gut an Arkona vorbei Richtung Lohme komme. Ich habe diesmal auch daran gedacht, dass ich allein unterwegs bin und mich rechtzeitig warm angezogen und mich um Essen und Trinken gekümmert, damit dies unterwegs nicht wieder zum Problem wird. Es tut gut mit dem Boot hier draußen zu sein, alle Handgriffe sind routiniert und das Boot läuft ganz gut. Querab liegt inzwischen Arkona und hinter mir kündigt sich langsam ein spektakulärer Sonnenuntergang an. Es tut unheimlich gut wieder hier zu sein, Freiheit. Langsam wird es dunkel und ich komme in den Hafen von Lohme und traue meinen Augen nicht, liegt doch dort die Victoria (ein Traditionssegler) und auf ihr ist unter anderem Dirk. Der ist auch mehr als erstaunt mich hier zu sehen. Ich gehe Längseits, die Freude ist groß und da zufällig gerade auch noch Herrentag ist, gibt es viel Wein und Rum und einen Wunderschönen Abend an Bord des Traditionsseglers. Wär hatte das gedacht, man ist doch nicht so allein...

Am nächsten Tag muss ich aber leider früh los. Es hilft alles nichts. Das Wetter bestimmt den Ablauf und ich möchte nach Stralsund, das ist nun wirklich nicht um die Ecke. Der Kopf brummt ganzschön, aber erstmal raus auf die See und alles andere unterwegs. Die Anderen machen weiter Richtung Hiddensee und so trennen sich unsere Wege leider wieder. Hinter Sassnitz frischt es doch ganzschön auf und ich muss hart an den Wind gehen. Es ist ein schönes und schnelles Segeln. Die Sonne scheint und ehe es noch mehr auffrischt, bin ich auch schon in der Landabdeckung und fahre entspannt Richtung Landtief. Durch meine Erfahrungen weis ich aber inzwischen, dass die Entspannung nicht lange währen wird. Es ist starker Westwind mit guten 4 Bf und ich muss Richtung Stralsund gegen an. Und da es hier flach ist und Wind und Wasser eine lange Anlauffläche haben, ist es bei West schwer wieder aus dem Landtief um die Ecke zu kommen. Wie erwartet sieht es nicht gut aus. Gar nicht gut. Schaumkronen und große Wellen. Ich fahre erstmal weiter Richtung Usedom und berge dann das Groß. Dann kreuze ich über diverse Untiefen mit Motor und Fock Richtung Einfahrt Thiessow auf. Es dauert zwar und ist sehr ruppig und nass, aber es funktioniert. Für die Surfer am Surfstrand von Klein Zicker ist heute scheinbar ein guter Tag, es sind viele unterwegs. Von hier aus habe ich soviel Höhe, dass ich fast mit einem Schlag und gerefften Segeln gut über die Wellen komme und recht schnell Richtung Strelasund. Dort muß ich dann leider die Segel bergen und motore gegen an Richtung Stralsund, wo ich mich Abends mit Sandra treffen möchte, welche mich weiterhin begleiten wird. Zum späten Abend erscheint dann noch ein Schiff am Horizont und schnell wird klar, dass ist die Viktoria mit Dirk an Bord und so schließt sich der Kreis. Sie waren gegen den Uhrzeigersinn rund Rügen gesegelt und ich im Uhrzeigersinn. Mit frischer Fisch, Wein und Rum lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen. Es wird eine sternenklare, sehr kalte Nacht.

Am nächsten Tag müssen die Anderen schon früh los und Sandra und ich Frühstücken in Ruhe und fahren dann entspannt Richtung Hiddensee und ich bekomme das erste Mal einen Platz im Hafen von Neuendorf. Leider ist es immer noch sehr kalt, so dass wir zur "Strandiestel " Essen gehen und uns dann schnell in die Kajüte zurückziehen müssen und froh sind einen Lüfter bei zu haben. Die "Strandiestel hat im Übrigen durch eine sehr gute Küche bei moderaten Preisen überzeugt und ist sehr zu empfehlen. Am nächsten Tag ist es ungemütlich, aber Schaprode ist ja nicht weit und so geht ein schöner erster Törn in diesem Jahr zu Ende.

11.6.-14.6. Schaprode-Lohme-Grabow-Hiddensee rund-Kloster 135 sm

Es ist inzwischen Juni, aber das Wetter ist immer noch sehr unbeständig und kalt. Viel Wind und das auch aus der falschen Richtung. Dirk und ich wollten eigentlich rund Rügen und eventuell einen Abstecher nach Usedom und Hiddensee machen. Daraus wird nun nichts, aber wir lassen uns nicht entmutigen und passen uns dem Wind an. Den ersten Tag geht es also wiedermal Richtung Lohme. Da wir uns nach dem Wind richten, kommt dieser nun achterlich und wir segeln entspannt die Küste entlang und kommen noch vor dem Sonnenuntergang in den Hafen. Es gibt einen schönen Sternenhimmel und viel Rum. Wir werden morgen schaun wohin es geht...

Am nächsten Tag hat der Wind wie erwartet leider gedreht und wir segeln wieder zurück, aber diesmal am Dornbusch außen an Hiddensee vorbei, Richtung Barhöft. Dabei angelt Dirk erfolgreich drei Hornhechte und während er sie fertig macht für den Abend, segeln wir entspannt durch das türkise Wasser vorbei am strahlenden, hellen Strand von Kloster, Vitte und Neuendorf. So viele Erinnerungen an so vielen Orten. Das macht etwas melancholisch und ich hole bei diesem Südseefeeling auch mal die Gitarre raus. Die "Karibik" kann so nah sein. Dann kommt Barhöft und wir fahren weiter zur Grabow, um dort zu ankern. Wenig Wind und ein super Sonnenuntergang und das bei frisch gebratenem Fisch und dem passenden Wein dazu, lassen diesen Abend jetzt schon zu einem Höhepunkt der Saison werden. Perfekter geht es kaum. Dirk ist ein guter Mitsegler. Maritim sozialisiert auf Traditionsseglern, hat er ein gutes Gespür für Seemannschaft.

Weiter geht’s am nächsten Tag bei nun wieder westlichen Winden durch das schmale, aber landschaftlich extrem reizvolle Fahrwasser zurück nach Bahrhöft und von dort hoch bis Kloster. Dort hatte ich noch nie festgemacht, da dieser Hafen immer überfüllt war. Diesmal sieht es in der Vorsaison doch sehr gut aus und so mache ich das erste Mal in Kloster fest und wir erwischen doch prompt genau den Tag, wo der neue Hafen mit einem kleinen Fest eingeweiht wird. Wir kommen mit dem Hafenmeister und anderen ins Gespräch und sie berichten von dem Ausverkauf ihrer Insel und dem Verlust von Heimat und das es in 5 Jahren vielleicht ein zweites Sylt werden könnte. Leider gibt es wenig was dagegen spricht. Nun hat der Ausverkauf der Heimat endgültig auch dieses schöne Kleinod erfasst. Man wird sehen was daraus wird.

Am nächsten Tag geht es mit recht viel Wind zurück nach Schaprode, fast nur vor Top und Takel treibend und sowohl Dirk, als auch ich sind von diesem Törn sehr begeistert und zufrieden. Und so hat es uns am Ende doch nicht geschadet, unseren Kurs einfach durch den Wind bestimmen zu lassen.

25.-26.6. Schaprode-Ralswiek-Schaprode (Einhand)52sm

Es hat sich leider kein Mitsegler gefunden, aber das Wetter ist so toll, dass man einfach raus muss. Eine gute 4 West hin nach Ralswiek und am nächsten Tag mit Ost 4 zurück. Was will man mehr. Es ist bei West allerdings nicht einfach aus dem Hafen Schaprode zu kommen, zu sehr bauen sich dann ab der Tonne 1 die Wellen auf. Ist man jedoch im Hiddenseefahrwasser angelangt wird alles gut. Segel raus und die schnelle Fahrt genießen. Schon ist die Wittower Fähre vorbei, Vieregge und Breege und der große Jassmunder Bodden liegt vor einem. Bald kommt Ralswiek in Sicht. Es geht vorbei an der neuen Bühne für die Störtebekerfestspiele und dem Schloss und schon mache ich im Hafen fest. Vertraute Landschaft, Gebäude und Menschen, Heimat. Die "Käthe"(Frachtschiff) auf der ich schon als Kind gespielt habe liegt da wie immer, umringt von Schilf und ich gehe vorbei am alten Gemeindeamt rüber zu meinen Verwandten und spät am Abend gibt es wieder ein Feuerwerk über dem Bodden.

Am nächsten Tag geht es leider schon früh zurück. Die Nacht war mild und ich habe gut geschlafen. Hinter Breege kommen mir wie an einer Perlenkette lauter Charterboote entgegen. Das hat ganzschön zugenommen und wird jedes Jahr mehr. Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Der Wind ist nun doch eher eine 5 und ich kämpfe doch ganzschön mit den Segeln. Schmetterling zu fahren ist nicht einfach, aber die Gleitfahrt eine schöne Sache. Und genauso schnell wie ich hingekommen bin, bin ich auch wieder im Hafen Schaprode zurück. Ein kurzer Tripp, aber ein super Segelerlebnis.

1.-3.7.15 Schaprode- Hiddensee rund-Schaprode(Einhand)46 sm

Noch einmal vor dem großen Urlaubstörn geht es raus. Das Wetter ist erst sehr ungemütlich und der Wind ungünstig, aber dann stimmen Sonne und Wind und ich nutze die Zeit zum Segeln um auch nochmal alles für den Sommertörn zu checken. Es sieht aber alles gut aus. Das Gewerkel der letzten Jahre und die sofortige Beseitigung von Schäden, lassen mich aber auch rein Garnichts finden. Für die elektronischen Navigationsmitteln habe ich inzwischen auch eine recht praktikable Lösung gefunden (näheres hier:
Navigation ). Bunker in Schaprode alles was ich für den großen Törn mit Stefan brauchen werde, damit ich das nicht direkt davor machen muss. Essen für drei Wochen und 150 Liter Sprit und ausreichend Gaskartuschen. Und so kann der Sommer kommen.

20.7. Schaprode-Harbolle (Einhand) 63 sm


Das Abenteuer beginnt...

Ich werde die erste Woche allein unterwegs sein und dann kommt Stefan dazu. Also heißt es Einhand zu segeln und da ich dieses Jahr auch der Meinung bin öfter mal zu ankern, werde ich erstmal die nächsten Tage kein Festland mehr betreten und mich nur auf meinem bescheidenen Boot aufhalten. Ich denke nicht, dass das ein Problem wird. Es gibt einem im Gegenteil die Möglichkeit alle äußeren Einflüsse auszublenden und mal in sich zu horchen und zur Ruhe zu kommen. Außerdem bietet ein Hafen zwar sehr viele Annehmlichkeiten, aber gute 20 Euro pro Tag summieren sich auch zusammen.

Ich bin etwas angespannt gegen 17 Uhr in Schaprode aufgebrochen. Immer noch steht eine gute 4 auf dem Hafen und von Westen rollen die Wellen über die Ostsee. Ich habe jetzt drei Tage ununterbrochen auf verschiedenen Portalen das Wetter gecheckt und es gibt anscheinend eine kleine Lücke von 20 Uhr abends bis 5 Uhr früh, um rüber nach Dänemark zu kommen. Da die Welle aber noch einige Zeit nachläuft wird das nicht einfach. Fahre aus taktischen Gründen (mehr Höhe und quer zur Welle) Richtung Barhöft, um von dort auf die Ostsee zu kommen. Und während alle anderen Segler am Ende des Tages von der See reinkommen, fahre ich raus aufs Meer. Es sieht nicht gut aus. Kaum bin ich aus der Abdeckung, kommt wie erwartet eine große Dünung von vorne. Ich motore gegen an. Das Boot ächzt und der Motor schreit. Ich spiele auf Zeit und weiß, dass es besser werden wird, hoffentlich. 2 Stunden geht das nun so und langsam nimmt die Welle tatsächlich ab. Fahre jetzt am Strand von Zinnowitz vorbei. Es ist schon recht dunkel. Der Windpark draußen auf See ist gut am Blinken zu erkennen und ich nehme Höhe Prerow gegen 23 Uhr Kurs auf Häsnäs, nachdem ich einige Zeit mit mir gehadert hatte, doch vor Prerow zu ankern. Die Wellen sind recht klein geworden und ich motore mit dem Pinnenpiloten mit 5 Knoten in die Nacht hinein. Querab liegt in der Nähe des Windparks ein Boot vom Bundesgrenzschutz, ansonsten bin ich allein unterwegs. Ein spektakulärer Dauersonnenuntergang bietet sich direkt vor mir. Mache erstmal Kaffee gegen die Müdigkeit, stecke mir die Personal Epirb an die Weste und den Karabiner der Lifeline ans Boot. Der Plotter läuft und auch das Ais, die Nacht kann kommen. Hisse die Segel und versuche hart am Wind den Kurs zu halten. Fahre jetzt gute 4 Knoten. Erst sieht Schiffemäßig ganz gut aus auf der Kadettrinne, aber kurz vor der Querung wird es dann doch recht voll und für mich recht unübersichtlich, da es inzwischen sehr dunkel geworden ist und die Postionslichter leider nur recht kurz zu sehen sind. Selbige immer richtig zuzuordnen ist nicht immer leicht. Ein tiefgangbehinderter Frachter mit seiner roten Signalisation irretiert mich einige Zeit, da ich es erst für sein Positionlicht halte. Aus allen Ecken kommen Schiffe und fahren in alle möglichen Richtungen. Am Ende findet sich trotz des dummerweise gerade sehr hohen Verkehrsaufkommens doch noch eine Lücke. Es bleibt jedoch immer eine aufregende und für mich unschöne Passage. Als sich die Anspannung nach dem Queren der Rinne langsam legt, werde ich extrem müde. Ich bin nun schon bald 20 Stunden auf den Beinen, das fordert seinen Tribut. Mache nochmal Kaffee und esse etwas. Danach geht es mir etwas besser. Ich will jetzt aber nur noch ankommen. Ich muss den Motor jetzt mitlaufen lassen, um die Höhe weiter halten zu können, da der Wind leider zu vorlich kommt. Inzwischen ist es 4 Uhr und das Leuchtfeuer von Häsnäs ist gut zu sehen und auch die helle Küste von klintholm. Suche inzwischen schon mal eine passende Ankerstelle in der Karte um die aufkommende Sturmfront die nächsten Stunden abzuwettern. Gegen 6 Uhr fällt gegenüber von Harbölle endlich der Anker. Setze sicherheitshalber auch den Zweiten. Der Wind nimmt jedoch in kurzer Zeit in Böen auf fast 8 zu und ich liege mit dem Boot an leider doch an einer ungünstigen Stelle und will nochmal umsetzen. Da ist jedoch nichts mehr zu machen. Der Druck auf die Leine ist so stark, dass ich den Anker nichtmehr geborgen bekomme und daher belasse ich es dabei. Mache mir jedoch einige Gedanken über die Kraftwirkung an der Klampe. Schlafe dabei wie ein Stein sofort ein, obwohl der Wind wie verrückt am Boot zerrt. Ich hab’s geschafft, Dänemark hat uns wieder.

Bleibe den ganzen Tag zum Abwettern hier und lege am Abend, nachdem der Wind langsam nachlässt, endlich in einen geschützteren Bereich um.

22.7. Harbolle-Omö (Einhand) 38 sm

Hab geschlafen wie ein Murmeltier. Der Wind hat sich gelegt und momentan ist alles spiegelglatt. Schöner Sonnenaufgang und wie sich so die Tonnen der nahen Fahrrinne aus dem Frühnebel abzeichne, macht das ganze einen sehr friedlichen Eindruck. Durch das Schaukeln, hervorgerufen von einer Frachterwelle, werde ich endlich vollends wach. Mach erstmal Kaffee und dann hieve ich beide Anker und los gehts. Langsam kommt Wind auf und ich kann sogar mit Vollzeug segeln. Leider komm ich nur mäßig voran, da ich Gegenströmung habe. Bald liegt Vordingburg querab und böse Erinnerungen werden wach. Hier bin ich schon mal an derselben Stelle gescheitert und musste zurück in den Hafen. Heute sieht es erstmal gut aus, da ja generell kaum Wind ist. Leider kommt er immer mehr direkt von vorne, so dass ich die Segel wieder einholen muß und der Motor wieder sein Lied brummt. Kaum bin ich auf dem Smallandsfahrwasser kommen auch schon Wellen, trotz nicht vorhandenen Windes. Regelrecht abartig diese Größe bei jetzt fast null Wind. Und bis zum Horizont nur Wasser. Von Vordingborg nach Omö ist weiter, als von Darßer Ort nach Häsnäs. Also Pinnenpilot an, einen Strich ziehen durchs Smallandfahrwasser und bei strahlendem Sonnenschein ein Buch rausholen, etwas essen, Kaffee kochen, mal waschen, aufräumen, reparieren und bei aller Gelassenheit immer darauf achten keine Tonne oder einen Mitsegler rammen. Hat ja auch mal was, so entspannt voran zu kommen. Kurz vor Omö sagt der Verstand ganz klar:weiterfahren wegen der Wetterprognose. Aber ich will nicht mehr. Ich werfe vor Omö in der Abdeckung den Anker und bin froh, als endlich wieder Stille einkehrt und der Motor aus ist. Gegen die Welle wird man doch ganzschön durchgeschaukelt. Jetzt reicht es einfach. Muss erstmal Wetter checken und Pläne machen wie es weitergeht. Bei permanentem Wind von vorne ist es gar nicht so einfach die Lücke im System zu finden. Habe schon seit zwei Tagen vergeblich versucht DWD über 147 khz zu empfangen, damit ich aktuelles Wetter habe (möchte ja mal eine Woche ohne Landgang und mit all seinen Annehmlichkeiten auskommen). Aber da war nichts mehr zu finden am Weltempfänger. Hab heute aus Langeweile so lange am Radio gedreht, bis ich plötzlich bei 157 khz einen Empfang hatte. Große Erleichterung meinerseits. Muss wohl an dem Radio liegen. Egal, jetzt weiß ich ja Bescheid und empfange erstmal den aktuellen Bericht und vorallem die Prognose. Werd heute mal irgendwas kochen. Wäre die erste warme Mahlzeit seit drei Tagen! Hab Appetit!

23.7. Omö-Lundeborg (Einhand) 52 sm

Über Nacht ist es dann passiert. Der Wind aus West ist schon da mit vollem Druck bis 5 Bf. Ich ärger mich extrem, dass ich nicht auf meinen Verstand gehört habe. Der große Belt ist so schon ein Abenteuer, aber gegen an ist ja nun noch verrückter. Ich mag aber auch nicht hier ankern bleiben und so entscheide ich mich zum Segeln. Gegen Mittag heißt es Anker auf und rein in die Hölle. Hab schon von weitem die Yachten springen sehen. Am Anfang versuche ich mit Fock und Motor zu kreuzen, um überhaupt Höhe machen zu können. Ging aber fast gar nicht. Dann hab ich mich hinter einen unter Motor fahrenden Segler geklemmt und bin im Kielwasser hinterher motort, frontal gegen an. War zwar die richtige Richtung, ging aber auch nicht, die Wellen waren für die Jolle einfach zu groß. Hab dann gerefftes Groß gesetzt und Fock, diesmal ohne Motor. Alle Arbeiten zum Segel Setzen und Bergen sind ein einziges Abenteuer. Die Jolle schaukelt extrem und bei dem böigen Wind ist es sehr schwer alles alleine gut über die Bühne zu bekommen. Hier fehlt eindeutig ein zweiter Mann. Außerdem ist es bei den Wetterbedingungen schwierig mit der Fock. Reffen geht nicht, also gibt es nur ganz raus, oder garnicht! Bei garnicht gibt es aber keinen Schub mehr und zuviel Drift und bei ganz raus, ist es einfach zuviel für das Segel, dafür wurde sie nicht gebaut. Einziger Ausweg wäre, von vornherein eine kleinere Fock anzuschlagen, aber mit der muß man dann den ganzen Tag leben, da ein Wechsel auf See nicht möglich ist (großer Nachteil der Rollfock). Versuche nun ganz normal Aufzukreuzen durch hartes am Wind segeln. Ging schon etwas besser, aber Langeland kam und kam nicht näher. Ich bin so mit den Elementen beschäftigt, dass ich erst sehr spät bemerke, welche großen Auswirkungen die Strömung hat, die mir bei jedem zweiten Schlag stark entgegenkam und mich dadurch seitlich extrem versetzte. So kreuzte ich fast auf der Stelle und überall Schaumkronen und Wellenberge. Es regnet etwas und der Wind nimmt kurzzeitig auch ab und ich setzte wegen nötiger Geschwindigkeit um Höhe fahren zu können Vollzeug. Ging gut, aber inzwischen kreuzte ich in der Fahrrinne und die dicke Pötte waren im Anmarsch. Inzwischen immer wieder starke Böen bis 6Bf, bei Vollzeug eindeutig zu viel. Muss wieder reffen, gar nicht so einfach. Mann ist das die Hölle. Für 6 sm brauche ich fast 5 Stunden! Endlich bin ich in der Abdeckung von Langeland. Muss jetzt nur noch um die Ecke. Wieder sofort die Hölle. Motor streikt kurz und ich treibe fast auf die Untiefen auf. Reiße die Motorabdeckung runter und wende alle fiesen Tricks an. Der Pinnenpilot steuert, das Boot hat mächtig Schräglage wegen Winddruck, ich bin zu hart am Wind und die Segel flattern, ich drifte, es regnet schonwieder und der Motor will nicht. Was für eine Welt und warum hab ich nicht mindestens 4 Arme. Endlich läuft der Motor wieder. Kürze sehr stark über die Untiefen ab, da ich nicht genug Höhe fahren kann und habe Glück. Jetzt noch durchs flache Fahrwasser bei Lohals abkürzen mit Plotter und endlich geht es Richtung Svendborg. Da reißt eine Segellatte aus. Muss das Segel sofort bergen, damit nicht nochmehr kaputt geht, Latte retten und wieder Segel setzen. Schafft ganzschön. Bin total ko. Svendborg rückt in weite Ferne, da der Wind sich in den Sund gelegt hat und natürlich mit voller Welle wieder von Vorne kommt. Das hinterhergeschleppte Schlauchboot verliert viel Luft und nimmt viel Wasser über. Jetzt ist mir aber fast alles egal. Ich brülle die See an und lass mich diesmal nicht kleinkriegen. Mit gerefften Segeln und Motor geht es langsam aber stetig in die Abdeckung von Fynen. Suche mir dort eine Ankerstelle und ziehe Bilanz: Bei guten 4 -5 Bf und Böen bis 6 mit teilweise Vollzeug gegen Welle und Strömung über den Belt ist wirklich nicht schön und macht keinen Spass. Segellatte ausgerissen, Schlauchboot undicht, Wasser im Boot durch Schwertkasten, am Bug viel reingeschifft durch überkommende Wellen am Luk und Polster sind dadurch nass,Trinkwasserkanister wegen Schräglage zum Teil in Backskiste ausgelaufen, Motor ausgefallen...

Ich bin froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist und staune wiedermal über das Boot. Manchmal tut es mir sogar leid. Was für ein Segeltag. 52 sm für 17 sm direkte Luftlinie! Was bin ich hin und her gekreuzt. Bin total fertig. Morgen treffe ich Matthias und seine Familie auf Skärö. Das wird sicher schön und wesentlich entspannter. Der Wind wird mich morgen jedenfalls nicht mehr ärgern, da er abnehmen soll. Es ist für die Jahreszeit immer noch viel zu kalt und zu stürmisch. Es ist spät geworden. Neben mir ankert ein Pärchen, die sehen aus wie Weltumsegler. Er lange graue Haare und rote Kombi auf dem Dingi paddelnd und sie graue Haare und hinter dem Dingi herschwimmend. Das Leben kann schön sein. Empfange noch schnell DWD und mache eine Büchse auf. Ab morgen muss ich mich mal intensiver ums Kochen bemühen und endlich was Richtiges machen. Sachen hab ich ja genug dabei. Schnell noch alles schön Aufklarieren und dann lesen oder Deutschlandradio mit Weltempfänger hören. Hab mich langsam mit mir selbst eingerichtet. in 3 Tagen kommt Stefan, dann ist es vorbei mit dem riesen Platzangebot.

24.7. Lundeborg-Skärö-Svendborg (Einhand) 25 sm

Wurde vom Schwell geweckt, der Wind hat über Nacht gedreht und kommt natürlich wieder von vorn. Noch ist wenig Wind, also motore ich nach Skärö um dort Maren und Matthias mit ihrer Sagitta 20 endlich zu treffen. Bin recht früh im Hafen und betrete das erste Mal seit fast einer Woche wieder festen Boden! Sehr schön wieder hier zu sein. Diesmal strahlt die Sonne und es ist ein herrlicher Sonnentag. Wo ich das letzte Mal mit Kirsten hier war, da waren wir hier bei 8 Bf West eingeweht. Lasse meine Gedanken schweifen und mach mir endlich mal in Ruhe was Warmes zu essen und warte auf die Sagitta, mit dem Namen "Otto". Neben mir liegen Segler aus Kiel und wollen unbedingt noch vor dem "großen Unwetter" los. Ich mach mir so meine Gedanken. Wenn sich jemand mit einer 38 Fuß Yacht Sorgen macht, dann sollte man als Jollensegler schon mal ins Grübeln kommen. Am Nachmittag erscheint dann langsam "Otto" am Horizont und sie treffen mit ihrem Nachwuchs Johann entspannt ein und es gibt ein aufregendes Hallo. Wegen der sehr ungünstigen Wetterprognosen fahren wir leider schon am selben Tag weiter nach Svendborg. Mein Motor streikt wiederholt beim Ablegen und ich biete allen ein großes Hafenkino, als dann auch noch die Fähre kommt und ich vor ihrem Kielwasser rumtreibe. Aber ich nehme es dem Motor nach 150 sm gegenan aber nicht übel auch mal zu streiken und nach ein wenig geduldigem Starten und Fummeln und einer riesigen Qualmwolke, von der auch die die grölende Paddlergruppe im im Hafen mehr als genug abbekommt, geht es ohne Probleme Richtung Svendborg. Dort ist gerade ein großes Treffen von Traditionsseglern an diesem Wochenende und so haben wir ein sehr maritimes Flair in der ganzen Stadt. Die nächsten 2 Tage wettern wir Wind und Regen ab. Erst gießt es in Strömen und läuft durch jede noch so kleine Ritze und am nächsten Tag kommt der Sturm, welcher Tags zuvor der größte Sommersturm Hollands gewesen sein soll. Da die Sagitta der drei aber sehr geräumig ist (ein regelrechtes Raumwunder) und wir direkt nebeneinander liegen, sitzen wir gemütlich im Bauch ihres Bootes und reden, haben Spaß mit Johann und die Zeit vergeht wie im Flug. Treffe zum ersten Mal am Steg auch Segler, welche mit einer Jolle, dem 15-er Jolli "Paula", von Hamburg hierher gefahren sind. Bin beeindruckt. Ihr Boot sieht wenig seetauglich aus und hat eine spärliche Ausrüstung. Aber sie machen das nicht zum ersten Mal und sind guter Dinge. Als ich ihnen erzähle, dass ich ebenfalls mit einem Jollenkreuzer Typ Greif hier bin, fragen sie mich, ob ich der aus dem Internet bin. Als ich das bestätige gibt es ein großes Hallo und wir reden noch über dies und das. Wie klein die Welt doch manchmal ist. Es ist schön Gleichgesinnte zu treffen. Dies ist das erste Mal seit 7 Jahren, dass ich einen Jollenkreuzer auf meinen Reisen Richtung Norden getroffen habe. Sehr schön.

Durch den starken Regen hat es leider am Durchlass für die Rollfock unbemerkt voll reingeschifft. Wasser steht in der Bilge und fast alle Polster sind nass und das Wasser ist leider auch durch die Vorräte gelaufen. Kämpfe einen ganzen Tag um diese missliche Situation trotz anhaltendem Regen mit einem Lüfter wieder hinzubekommen.

Sonntagabend kommt endlich Stefan in Svendborg an und am nächsten Morgen soll es losgehen, weiter nach Westen. Die anderen drei müssen leider schonwieder Richtung Heimat und so fahren wir in entgegengesetzte Richtungen. Schade, wir wären auch gerne zusammen weiter gefahren.

27.7. Svendborg-Kalvö 45 sm

Wir müssen früh raus, die Wetterprognose treibt uns gegen 7 aus den Federn. Schnell ein Kaffee und ein kurzer Abschied von den anderen und schon segeln wir an Skärö, Avernakö und Lyö vorbei immer weiter westwärts. Endlich hat der Wind mal einen Tag gedreht und weht nichtmehr nur aus Westen, sondern aus Süden. Das ist unsere einzige Chance endlich mal weiter nach Westen zu kommen. Und es geht gut voran. Über 5 kn auf der Uhr und gute 4 Bf mit fast Halbwind treiben uns mit ungeahnter Schnelligkeit unserem Ziel hinter dem kleinen Belt entgegen. Es tut gut nichtmehr allein zu segeln, zu zweit ist es deutlich einfacher mit der Jolle und Stefan ist immer ein umsichtiger und zuverlässiger Begleiter. Auf dem Belt sind sehr große Wellen, aber zum Glück seitlich. Werden beide leicht Seekrank und gegen 17.30 Uhr fällt nach einem sehr schönen Segeltag fast ohne Regen in einer wunderschönen Bucht der Anker und kaum ist die Plane drauf, fängt es auch schon an zu schütten. Diese Ankerbucht bei Kälvö ist super geschützt und sieht aus wie zuhause auf dem Langen See in Berlin. Komisches Gefühl. Jetzt wird erstmal gekocht, dann Wetter gemacht und dann schauen wir, wo es uns weiter hintreibt. Sichten direkt neben dem Boot Wale. Sind also doch nicht auf dem Langen See...

28.8. immernoch Kälvö

Da heute viel Wind angesagt ist und die Ankerbucht sehr gut ist und uns irgendwie von der Landschaft her an unsere Heimatseen erinnert und es auch ab und zu einen Regenschauer gibt, bleiben wir einfach hier liegen und nutzen die Zeit um den alten Kocher auszutauschen, welcher endgültig seinen Geist aufgegeben hat und um hier und da zu werkeln und Kaffee zu trinken und zu lesen. Machen einen kurzen Schlauchboottrip zu einem gestrandeten alten Kutter, welcher anscheinend als Unterschlupf für hunderte Krabben dient. Und wollen einfach mal nur da sein...

29.8. Kalvö- Skärbeak(Middelfart) 30 sm

Trauen uns endlich aus der flauschigen Ankerbucht und kaum kommen wir aus der Abdeckung sind wir auch schonwieder mittendrin in Wind und Welle. Fahren an Aro vorbei und segeln mit fast 6 Knoten und Halbind aus SW immer gen Norden. So macht Segeln Spaß. Früher als gedacht machen wir im völlig ungeschützten Hafen bei Middelfart fest und ich bin deswegen erstmal unentspannt. Aber nach dem Besuch von Toilette und Dusche und der Besichtigung des Hafens wird dann doch alles gut.

30.7. Middelfart-Ärö 17 sm

Die Sonne grüßt uns zum Morgen und es sieht endlich mal sommerlich aus. Nach ausgiebigem Frühstück legen wir unter Segeln ab und fahren wieder langsam gen Heimat. Ab jetzt geht es nämlich wieder zurück, leider. Gerne würden wir immer weiter gen Norden ziehen. Aber es hilft alles nichts, wir wollen keinen Zeitstress und so bleibt nur diese Entscheidung. Erst kommen wir noch an beeindruckenden Strömungsstrudeln vorbei und dann sehen wir eine große Gruppe von Walen ganz in der Nähe. Danach sichten wir einen 20-ger Jolli (schon der zweite Jollenkreuzer in so kurzer Zeit) und dann knallt auch schon die 5 beim Amwindkurs. Wir haben fast 7 Knoten auf der Uhr und gleiten dahin. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht diese Schauer und Böen wären. Alle die wir draußen sichten, haben ganzschön zu tun mit den Elementen. Mitten in einer besonders großen Schauerböe erreichen wir Aro. Bergen die Segel und ab in den Hafen. Danach frischt der Wind noch mehr auf. Es regnet waagerecht. Später fährt der Seenottrettungsdienst raus. Wir sind froh hier zu sein und nicht weiter gefahren zu sein. Was für ein Sommer...

31.7. Ärö-Lyö 22sm

Sind immer noch gut eingeweht, machen gegen Abend los, da der Wind etwas nachgelassen hat und weiter nachlassen soll. Legen raffiniert ab, um gut in den Wind mit dem Motor loszukommen und kaum sind wir aus der Einfahrt, kommt auch schon ein Frachtschiff angefahren. Das einzige was wir hier jemals zu Gesicht bekommen. Aber wir sind schon über die Fahrrinne, setzen Segel und fahren erst langsam und dann immer schneller und mit immer mehr Wellen aus Achtern und achterlicher Winden um 4 Richtung Lyö. Endlich kommt die Sonne raus und wir segeln sogar Schmetterling mit gut 6 Knoten. Es geht voran, die Stimmung ist so wie der Luftdruck, seit 6 Tagen endlich mal stetig am Steigen. Lyö kommt in Sicht und wir segeln in die Ankerbucht und ankern ohne noch den Motor zu starten. Sehr schön. Sundowner und chillen.

1.8. Ankerbucht Lyö-Ankerbucht Avernakö 9 sm

Schlafen entspannt aus und setzen dann mit dem Schlauchboot nach Lyö über. Sehr schöne Insel. Immer wieder. Die Sonne strahlt und endlich können wir auch mal die Pullover ausziehen und entspannt den Sommer genießen. Schauen den Tagestouristen zu, während wir im Dorfladen unser obligatorisches Eis schlecken. Wandern dann Richtung Hafen. Alles rappelvoll, gut das wir geankert haben. Setzen wieder über und essen Marmeladenstullen, mit handgemachter Marmelade von der Insel. ein Traum. Schnell noch ein Kaffee und dann motoren wir wegen zu wenig Wind von der falschen Seite bis zur Insel Avernakö und ankern dort wieder. Die Ankerplätze sind dort alle fast voll, aber wir finden im dritten Anlauf endlich einen schönen Platz und kochen Spagetti und der Wind flaut komplett ab und hinter der spiegelglatten See versinkt langsam die Sonne. Ein sehr schöner Tag in der dänischen Südsee geht langsam zu ende. Zeit für ein Sundowner. Es ist endlich Sommer...

2.8. Avernakö-Ankerbucht Langeland 16 sm

Wurden am Abend noch von anderen Seglern wegen unseres Bootes angesprochen. Kurzer Gedankenaustausch. Haben gut geschlafen. Kommen erst spät in die Gänge und segeln dann bei sehr wenig achterlichem Wind Richtung Langeland. Als wir wieder mal versegelt werden, erwacht unser Sportsgeist und wir nehmen das Schlauchboot aus dem Wasser, baumen zum Schmetterling aus und ziehen das Schwert hoch. Und sieh da, die anderen entschwinden nur zögerlich. Trotzdem ist dies ein Schneckenrennen mit max. 2 Knoten. Ankern am Strand neben dem Hafen Birkholm für einen kurzen Zwischenstopp. Immer wieder wunderschön. Alte Erinnerungen werden wach an 2009, die erste Reise mit der Tide, hoch nach Ahus. Alles ist unverändert. Essen Eis, Stefan geht baden und wir hieven dann den Anker und motoren an Stynö vorbei Richtung Ankerbucht bei Langeland. Finden einen geschützten und sehr schönen und recht einsamen Ankerplatz und genießen wieder den Sonnenuntergang. Diesmal mit Blick auf die dänische Südsee. Ein schöner Sommertag.

3.8. Ankerbucht Langeland-Ankern vor Lohals 18 sm

Wir werden von der Sonne geweckt und frühstücken, Anker auf und los. Segeln erst mit raumem und dann mit Amwindkurs an Rodköbing vorbei immer hoch an Langeland und wollen eigentlich über den Belt nach Aggersö. Aber daraus wird nichts. Der Wind bleibt entgegen der Voraussage auf Ost und frischt auf fast 5 Bf auf. So kommen wir einfach nicht rüber. Dieser Belt will es dieses Jahr aber auch wissen und der nur punktuell vorhandene Sommer macht es nicht einfacher. Es fehlt einfach ein stabiles Hoch. Daher ankern wir erstmal vor Lohals und beraten uns. Empfangen über 147 khz den aktuellen Wetterbericht und die Prognose und beschließen hier bis morgen zu bleiben und abzuwettern. Der Wind frischt weiter auf und hat Böen mit guten 6 Bf. Ein Rätzel wie der Anker hält. Die Leine knarzt und ruckt und das Boot schwoit und es knackt hier und da. Lesen, Kochen und reden. Die Sonne scheint und wir genießen das Sein. Morgen geht es aufgrund der anhaltenden Ostwinde unerwarteter Weise wieder nach Svendborg und weiter zurück in die Südsee nach Äerö. Die Welt ist voller Überraschungen. Den Rest der Woche soll der Wind entspannter werden. Wir werden sehn...

4.8. Ankerbucht Lohals-Aerosköbing 26 sm

Sind früh los und dann bei strahlendem Sonnenschein wieder in den Svenborgsund. Dort leider mit Motor mit 3,5 kn Gegenstrom Richtung Skärö. Überall ist nun Sommerfeeling und es wird gebadet und die Boote flitzen hin und her. Segeln dann gemütlich im Fahrwasser an Drejö vorbei nach Aerosköbing. Komischerweise sind mit einem mal fast gar keine Boote mehr auf dem Wasser. Kurz vor dem Hafen bleibt dann der Wind weg, dreht gute 100 Grad und dann kommen kräftige Böen aus der Gegenrichtung. Wir reagieren relativ schnell und holen die Segel runter und sind beeindruckt von diesem Wetterwandel. Wundern uns noch etwas und merken, dass sich durch das ferne Donnern ein großes Gewitter ankündigt. Finden schnell im Hafen ein Platz. Machen fest und gleich auch die Plane drüber. Diese Wettersituation hatten wir wohl vor lauter Südseefeeling übersehen. Schaffen vor dem Regen noch eine kurze Stadtbesichtigung (sehr sehenswert) und kaum sind wir im Boot bricht der Wahnsinn los. Blitz, Donner und Regen wie aus Kübeln. Diesmal denke ich zum Glück an die Fock und das Regenproblem und kann ein erneutes Vollsiffen der Vorschiffskoje verhindern. Machen entspannt Abendbrot und lesen und lauschen dem Prasseln des Regens. Im Hafen liegt auch das Folkeboot, welches wir schon beim Ankern vor Avernakö gesehen hatten.

5.8. Aerosköbing-Onsevig Ankern 42 sm

Die Sonne strahlt wieder und unsere Laune auch. Klaren recht früh auf und nach kurzem Kaffee und Müsli geht es raus aus dem Hafen. Seglen wieder an Birkholm vorbei (wer hätte das gedacht) und diesmal geht es über Martstall endgültig Richtung Heimat, raus auf die Ostsee und wir runden Langeland von der Südseite. Bei dem strahlendem Sonnenschein und mit vollen Segeln und gut 4-5 Knoten geht es nun über den Belt bilderbuchmäßig Richtung Onsevig. An uns zieht in nicht allzu großer Ferne noch eine Riesenluxusfähre mit 21 Knoten vorbei Richtung Oslo. Sehr imposant. Den Frachtern können wir gut aus dem Weg gehen und nachdem der Wind eingeschlafen ist, motoren wir auf den letzten Meilen auf einem spiegelglatten Belt durch eine für Laien doch recht unübersichtliche und langatmige Einfahrt rein nach Onsevig und werfen neben dem Hafen den Anker.

6.8. Onsevig-Ankern im Guldborgsund bei Guldborg 36 sm

Sind früh wach, ich überlege nicht lange, ziehe mich schnell an und Stefan kocht derweil einen Kaffee. Pumpe das immer noch etwas Luft verlierende Schlauchboot auf und hisse den Anker. Segeln an dem kleinen Hafen vorbei an den Windrädern übers Smalandfahrwasser gen Askö. Bei helllichtem Tage erscheint das Fahrwasser nun deutlich übersichtlicher. Müssen dann wegen Wind von vorne jedoch leider motoren und frühstücken dabei. Als wir Askö passieren muss ich an den Törn mit Mona denken. War ein schöner Sommer gewesen, trotz des damals sehr durchwachsenen Wetters. Hinter Askö können wir wieder segeln und der Wind frischt immer mehr auf. Motoren gen Guldborgsundbrücke und legen den Mast und der Brückenwärter schaut verdutzt wie wir drunter durchfahren. Es ist uns jetzt zu theoretisch auf irgendwelche Brückensignale zu achten und extra für uns die Brücke zu öffnen. Die Sonne brennt. Hier im Binnenland ist es doch recht warm. Empfangen wie durch ein Wunder ganz kurz DP07 und den Sprachfetzen kann ich entnehmen, dass Darßer Ort wieder offen ist. Keine Frage, da wollen wir hin. Finden nach einigem Suchen in der Karte im Guldborgsund doch eine geeignete Stelle zum Ankern und endlich schweigt der Motor. Essen, lesen und die Seele baumeln lassen wird wieder zum Hauptthema. Empfangen Wetter über 147 khz und versuchen die windtechnisch geeignetste Strategie für die Überfahrt nach Darßer Ort zu ermitteln.

Ankerbucht Guldborgborgsund-Nothafen Darßer Ort 44 sm

Machen gegen 9 Uhr los und Anker auf. Sichten schonwieder Wale. Der Guldborgsund ist mit uns und die Strömung gibt uns etwas Schub. Legen an der Brücke Nyköbing wieder den Mast und fahren zum Erstaunen des Brückenwärters einfach drunter durch. Kein Wunder das er so entsetzt geschaut hat, den es war dann doch knapper als gedacht und über der gelegten Mastspitze waren höchstens noch 30 cm. Kaum sind wir aus dem flauschigen Binnenfeeling des Guldborges raus, baut sich auch schon eine Welle auf und der Wind frischt in Böen aus Süd auf 5 Bf auf. Gedser rückt damit erstmal in weite Ferne. Kämpfen uns aber tapfer gegenan weiter und setzen sogar Segel, und versuchen hart am Wind Gedser näher zu kommen. Stefan will ja immer seglen und recht hat er damit. Leider wird der Wind dann aber so böig, dass wir alles schnell reffen müssen. Ein Boot, welches aus dem Hafen gefahren war, hat sofort wieder umgedreht, dass macht ja Mut. Uns bleib nicht viel Zeit zum Nachdenken. Es ist gut das wir zu zweit sind. Kämpfen uns voran und schlängeln uns dann durchs Fahrwasser vom Sportboothafen zum Fährhafen Gedser. Keine Fähre in Sicht und schwups rüber auf die andere Seite des Fahrwassers und schon liegt Gedser hinter uns. Der Wind lässt langsam nach. Kürzen am Gedser Reff ab und fahren immer am Ufer lang Richtung Leuchtturm Gedser. Der Wind kommt jetzt achterlicher. Wir setzen Segel und passieren den Leuchtturm. So nah waren wir ihm auch noch nicht. Dann schläft der Wind leider ganz ein und wir motoren wieder. Nun sind wir bald an der Kadettrinne. Starten den Ais Plotter und da sieht es noch turbulenter aus, als in echt. Schwer was los. Fähren und Frachter in allen Variationen und von allen Seiten. Dank des Ais können wir die Lage gut einschätzen und kommen so doch recht gut durch den dichten Verkehr. Nach ca. 4 sm haben wir die Rinne endlich gequert, atmen auf und nehmen, nun wieder unter Segeln, Kurs auf den Darßer Ort. Da dies die kürzeste Verbindung zwischen Dänemark und den Boddengewässsern ist, sind wir doch recht zügig über die offene See gekommen. Die Anfahrt zieht sich aber, da erst das Flach umfahren werden muss. Ein Wetter zieht langsam auf und wir hoffen rechtzeitig dort zu sein. Daraus wird aber nichts, im strömenden Regen legen wir an. Eine Stunde später ist der Regen weg und es klart unerwartet auf und wird sehr freundlich. Wir genießen die Gunst der Stunde, spazieren durch die Natur und lassen diese wunderschöne Landschaft auf uns wirken. Später gehen wir noch zum Zeltplatz Prerow rüber und kehren zur Dämmerung in den Hafen zurück. Anschließend gibt es außer Ruhe auch noch einen wunderschönen Sternenhimmel zu bestaunen. Es ist schön hier zu sein.

8.8. Darßer Ort-Schaprode 35 sm

Haben super geschlafen. Der Hafen war extrem ruhig. Vögel, Wellen, das Rauschen der Bäume und ein leises brummen eines Aggregates vom Seenotkreuzer Theo Fischer. Schade das dies alles bald vorbei sein soll wenn ein Witzhafen vor Prerow gebaut wird, mit sage und schreibe 13 Liegeplätzen. Fahren gegen 9 Uhr raus, weil der Wind aus Nord auffrischen soll. Motoren und setzen dann Segel. Außen rum um den Dornbusch scheint mir zu heikel, daher gehen wir über Barhöft. Als wir Richtung Schaprode ins Fahrwasser drehen, müssen wir leider voll gegen an motoren und der Wind nimmt noch zu. Entgegen aller Prognosen haben wir jedoch Glück und alle Regenschauer ziehen an uns vorüber und es zeigt sich öfter die Sonne. Es ist ein komisches Gefühl nach drei Wochen wieder am Ausgangspunkt festzumachen. Der Kreis hat sich geschlossen und der Jahressommertörn 2015 geht leider zu Ende. Klarieren noch das Boot auf, welches über die Wochen unser zuhause war und sind etwas melancholisch wegen dem Ende der gemeinsamen Reise.

Wir haben viele Inseln gerundet, manchen Kampf mit den Naturgewalten gefochten und trotz zu viel Wind von vorn, viele schöne und auch sonnige Momente erlebt. Wir kommen wieder.





Übernachtung mit meinem Sohn 1 Woche im August





10.-11.9. Schaprode-Ralswiek-Schaprode 52 sm

Es ist ein schneller, kurzer Entschluss. Früh kurze SMS an Dirk: "Segeln Ostsee, heute bis morgen." Antwort:" Ja."

Also rauf auf die Autobahn und dann schnell Leinen los und Richtung Ralswiek. Hammer Wind und die Sonne strahlt, so soll es sein. Besuch bei meinen Verwandten in Ralswiek. Dort wird gerade die Bühne für Santiano aufgebaut, welche ein Konzert geben werden. Passender kann eine Kulisse zu dieser Musik wohl nicht sein.

Am nächsten Tag geht es früh zurück und wir verlassen aber nur leicht wehleidig und eher zufrieden den Hafen Schaprode und düsen wieder mit dem Auto nach Hause. Es war ein kurzer Trip, aber es tat gut.

1.10.-5.10. Schaprode-Ralswiek-Stralsung-Zingst-rund Hiddensee nach Schaprode 123sm

Es soll nochmal rausgehen. Und ich ahne, dass es das letzte Mal für dieses Jahr sein könnte.

Erst alleine mit achterlichem Wind und bei strahlendem Sonnenschein nach Ralswiek und dann am nächsten Tag nach Stralsund, etwas gegen an bei der Wittow Fähre, aber es ist fast sommerliches Wetter und da die Ferien vorbei sind, bin ich fast alleine unterwegs. In Stralsund gehe ich abends ins Kino und schaue "Everest" in 3D. Was für Bilder und was für Nahaufnahmen! Ich bin schwer beeindruckt von den Situationen, man ist so nah dran und fühlt mit. Das diese Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen und auch dabei sterben, um ihren Traum zu erfüllen. Wahnsinn. In der Nacht kommt Stefan mit dem letzten Zug.

Am nächsten Morgen geht es nach Zingst. Wie gesagt, dieses Jahr haben wir genug vom gegen an Segeln und so fügen wir uns. Und bei Ostwind bietet es sich nun mal an nach Westen zu fahren. Kürzen auf der Grabow wieder extrem ab. Quer durchs Wasser geht eine langestreckte Untiefe und in der Karte steht 0.5 m Tiefe. Es hat ja schon mal geklappt. Haben bei achterlichem Wind das Schwert oben und bei guten 5 Knoten schauen wir was passiert. Bald kommt das Ruder immer höher und höher. Da das Wasser seht trüb ist, ist kein Grund auszumachen. Wir erzeugen inzwischen Sogwellen. Das Ruder kommt noch höher, aber höher geht gar nicht mehr, da es fast ganz oben ist. Und dann, ganz sanft, bleiben wir stehen. Wir schauen uns an, schöner Mist. Wir müssten jetzt wohl raus in den Modder und sehn wie wir bei 25 cm Tiefe das Boot freibekommen. Da trifft uns eine Böe und ganz langsam schiebt es uns weiter durch den Schlick. Aber es dauert lange bis wir wieder frei sind. Tja, weniger Wasser ging nun wirklich nicht unterm Kiel. Wir sind sozusagen über Land gefahren. Segeln weiter Richtung Zingst, legen an und um uns rum überall Kraniche. Gehen nochmal rüber zur Ostsee, lassen den Blick zum Darßer Ort schweifen und kehren dann zum Essen ein. Nachts ist es durch die Vögel recht laut und wegen der Jahreszeit auch extrem nasskalt. Am nächsten Morgen gibt es daher viele Nebelfelder und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wir wollen kaum aus der Koje. Aber wir müssen. Und daher gibt es einen schnellen Kaffee und schon heißt es Leinen los und Segel hoch. Es ist wenig Wind aus westlichen Richtungen und so gleiten wir entschleunigt, aber beharrlich durch diese schöne Landschaft, welche nur langsam aus den Nebelschwaden erwacht. Diesmal kürzen wir mal nicht so extrem ab auf unserem Weg zurück nach Barhöft. Ein erneutes Festsitzen bleibt uns daher erspart. Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt und es wird ein sommerlich, warmer Tag, wobei wir kurzärmlig auf Deck sitzen und das Leben genießen. Gerade als wir die Grabow hinter uns lassen und ins enge Fahrwasser kommen, sehe ich eine hellgraue Wand über die Ostsee auf uns zu kommen. Da ich aus Erfahrung weiß, was gleich passieren wird, eile ich unter Deck und starte den Kartenplotter. Und ehe sich Stefan wundern kann, warum ich mit einem mal solch eine Geschäftigkeit an den Tag lege, ist die Sonne weg und es umgibt uns eine dicke Nebelsuppe mit Sicht unter 30 Metern. Keine Tonne ist mehr zu sehen und Raum und Zeit scheinen sich aufzulösen. Stefan ist beeindruckt. Eine eben noch hinter uns fahrende Motoryacht auch. Sie stoppen erstmal auf und weg sind sie im Nebel. Wir gleiten jedoch weiter lautlos durchs Nichts. Ohne Kartenplotter wäre es sehr schwierig die nun unsichtbaren Tonnen ausfindig zu machen. Erst sehr spät können wir sie sehen. Und dann taucht wie ein Geisterschiff an Backbord die Silhuette des ersten festgefahrenen Seglers auf. Wie segeln dicht dran vorbei und bieten unsere Hilfe an, aber sie lehnen erstmal ab. Kurze Zeit später dieselbe Situation mit einem zweiten Segler. Dabei taucht wie aus dem Nichts ein alter Schlepper auf und kümmert sich um den zweiten Segler. Wir beschließen nun Segel zu bergen und zum ersten zurück zu fahren. Inzwischen möchte er unsere Hilfe annehmen und wir schaffen es mit einem Fall ihn seitlich soweit zur Krängung zu bringen, dass er freikommt und wieder ins Fahrwasser gelangt. Es ist immernoch dichtester Nebel und mittendrinn zieht ein Segler vorbei. Wir wünschen dem Freigekommenen eine gute Fahrt und setzen wieder Segel. Der zweite Segler ist inzwischen auch freigeschleppt. Keine 500 Meter weiter ist der Spuk vorbei und die Sonne strahlt wieder vom Himmel. Verrückte Geschichte.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir Aufgrund unseres Tiefganges öfter schon festgefahrenen Seglern geholfen haben. Dies gehört einfach zum Miteinander und zu guter Seemanschaft. Das am Ende jedoch, wenn überhaupt, immer nichts weiter blieb als ein Danke und Tschüss, hinterlässt zumindest einen faden Nachgeschmack. Wir erwarten nichts, aber wir haben in jedem der Fälle den Havarierten sehr viel Zeit und eventuell auch Geld gespart, da wäre es durchaus fair uns irgendeine wenn auch noch so kleine Gegenleistung wenigstens anzubieten.

Weiter bei Barhöft finden gerade Baggerarbeiten zur Vertiefung der Fahrrinne statt, schwer was los da. Frachter kommen uns entgegen und rangieren, als wir auf die Ostsee raus fahren, um wenigstens einmal bei diesem Törn etwas Seeluft zu schnuppern. So geht es ein letztes Mal unter vollen Segeln vorbei an Hiddensee und am Dornbusch und dann nach Schaprode. Ein sehr schöner entspannter Segeltörn bei sehr gutem Wetter geht zu Ende.

24.10.15 Absegeln nach Kloster und anschließend Aufslippen 10 sm

Zum letzten Mal dieses Jahr raus. Es hat nicht nochmal sollen sein. Entweder keine Zeit, oder das Wetter war zu schlecht. Nun dann, wenigstens rüber nach Hiddensee soll es nochmal gehen. Fahre mit meinem Cousin nach Kloster. Wollen dort nur kurz festmachen um schnell was zu essen und schon erscheint der Hafenmeister und wir sollen den vollen Tagessatz zahlen. Kommentarlos drehe ich mich um, lasse den Hafenmeister der Gemeinde mit einem schlechten Gewissen zurück (er selbst hätte mich anscheinend umsonst liegen lassen) und lege wieder ab. Vielleicht ist der Tag leider doch garnichtmehr soweit, wo ich dieses schöne Eiland nicht mehr ansteuern werde. Ich wäre nicht der Einzige. Das ist jetzt auch mal eine Prinzipiensache. Leben und leben lassen ist ok, aber auf Abzocke habe ich keinen Bock. Die Sonne kommt nochmal raus und wir fahren daher dann rüber nach Vitte und weiter nach Schaprode, wo es nun schweren Herzens heist Aufzuslippen und endgültig Schluß ist mit dieser Saison. Schnell, viel zu schnell ist das Boot auf dem Trailer und wir fahren mit der Sonne im Rücken und einem letzten Blick auf den Leuchtturm vom Dornbusch heimwärts.





In dieser Saison hieß es mehr denn je: Der Weg ist das Ziel.

Damit geht ein abwechslungsreiches Jahr 2015 mit dem Jollenkreuzer vorbei. Es hat sich gezeigt, dass es auch mal sehr entspannend sein kann sich vom Wind das Ziel vorgeben zu lassen und das das wahre Ziel oft auch zwischen den Ankerplätzen und Häfen liegt und jedes Ablegen auch gleichzeitig ein Ankommen bedeutet. Das Meer ist frei und Reise, Reise geht weiter...



...Komm geh mit mir zum Meer, um auf ein Schiff zu gehn...
...Komm geh mit mir zum Meer, um Freiheit zu verstehn... (Unheilig)



Bildervideo zum Törn 2015:
Toern15.wmv [17.002 KB]










Törnverlauf "dän. Südsee"